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Buchvorstellung der Autorin                 

Schauen sie doch mal rein!    

Rose Mann: „Das Leben auf der Arche“

mit Zeichnungen von Jörg Reckhenrich

ISBN 3-8330-0627-7

 

 

Hier ist die biblische Geschichte der Arche Noah im Stil der Fabeln phantasievoll erweitert. Mit feinem Humor werden die unterschiedlichen Charaktere und Temperamente der Tiere gegeneinander gestellt und manche, durchaus auch menschlichen, Nöte geschildert. Dabei schwingen aber immer Zuversicht und Gottvertrauen bei Mensch und Tier wie ein leises Ostinato mit. Durch die unterschiedliche Länge der Geschichten und ihre Eigenständigkeit können schon Leseanfänger das Buch zur Hand nehmen. Lebendigkeit wird es aber erst durch das Vorlesen der vielfach gebrauchten wörtlichen Rede und anschaulichen Schilderungen erhalten, wobei auch der Erwachsene sich schmunzelnd in einzelnen Charakteren wieder erkennen kann.

Die Geschichte beginnt mit dem Bau der Arche, wie Noah und seine Familie Unverständnis, Gespött und Mutwillen der anderen Menschen ertragen müssen, um den Auftrag Gottes zu erfüllen. Ein kleiner Vogel ist erstes Bindeglied zwischen Menschen- und Tierwelt. Der erste Teil endet mit den Fragen der Söhne, wie die Tiere von der Arche wissen können.

Im zweiten Teil gibt es kurze und längere Berichte, wie die Tiere zur Arche finden. Die Flöhe mit dem Hund, die Schnecken mit dem Pelikan, Schlange und Kaninchen. Eine Maus wird als Identifikationsfigur eingeführt. Ganz beiläufig erfährt der Leser, dass sie - anders als die anderen Tiere - allein zur Arche aufbricht.

Der dritte Teil lüftet das Geheimnis um das Wissen der Tiere von der Arche. Es sind die Engel der Tiere. Affen und Papageien streiten darüber, in welcher Sprache die Engel zu den Tieren sprechen: Affenenglisch oder Papageienenglisch? Die Flusspferde sind die letzten und müssen sich beeilen.

Dann steht Noahs Familie vor der schwierigen Aufgabe, alle Tiere artgerecht und nach ihren Wünschen und Vorlieben auf die Stockwerke zu verteilen. Es geht um einen Hahn, der große Mühe hat, seine Hennen zufrieden zu stellen, und eine Spinne, die nicht gleich den richtigen Ort für ihr Netz findet.

Das Ereignis der Flut wird erzählt durch die Wahrnehmung der Fische aus ihrem Element heraus. Eine poetische Ehegeschichte zwischen Fisch und Fischin.

Nun wird die 150 Tage dauernde Fahrt der Arche durch das lebendige Treiben von Tier und Mensch geschildert, immer in Verbindung mit den beiden zu Anfang eingeführten Tieren Vogel und Maus. Wobei noch immer nicht geklärt wird, warum die Maus nur in der Einzahl erscheint. Es wird erzählt von den Kaninchen, die sich inzwischen so vermehrt haben, dass sie in keine Kammer mehr passen und nun überall zu finden sind, auch im Maul des Krokodils! Von dem Maulwurf, der beinahe die Arche versenkt hätte, den vorzüglich organisierten Ameisen und natürlich der kleinen Maus, die erst ein Abenteuer mit dem Fuchs in der Vorratskammer zu bestehen hat - wieder klingt an, dass sie mauseseelenallein auf der Arche ist - dann den König der Tiere belauscht, wie er zu einer wahrhaft königlichen Entscheidung kommt. Am Ende des Kapitels noch eine Begebenheit, die zeigt, dass auch kleine Wesen Großes vollbringen können.

Erwartungsvolle Erregung macht sich breit, als das erste Stück Land gesichtet wird. Es entpuppt sich aber als der Rücken eines Delfins, der mit eleganten Sprüngen alle zum Spiel mit den Wellen einlädt. Aber nur die Ente fühlt sich animiert und will es ihm gleich tun. Noah beauftragt den Delfin, mit der Suche nach Land behilflich zu sein, aber da niemand dem Bruder Leichtfuss so recht traut, senden sie noch eine Taube aus. Der kleine Vogel flattert hoch oben über der Arche und sieht zuerst, wie sie mit einem grünen Zweig im Schnabel zurückkommt.

Jetzt dauert es nicht mehr lange und alle können an Land gehen. Noah dankt Gott für die Rettung und der Regenbogen erscheint am Himmel. Jedes Tier läuft, rennt, trampelt, watschelt, flattert, kriecht und schleicht wieder seiner Bestimmung entgegen. Auch Noahs Söhne ziehen fort. Die Anfangsgeschichte von dem Hund und den Flöhen wird wieder aufgenommen. Die Maus hilft dem Hund, sich der Flöhe zu entledigen. Dann sind sie alle fort. Nun wird der Maus so recht bewusst, wie allein sie ist. Auf der neuen Erde wird es keine Mäuse mehr geben! Trotz ihrer Verzweiflung gibt sie die Hoffnung nicht auf, dass auch diesmal wieder Hilfe kommen würde. Und richtig, auf einmal hat sie sich verdoppelt. Es dauert eine Weile, bis sie begreift, dass die andere Maus nicht sie selber ist, sondern ein Mäuserich. Sie waren sich auf der Arche nicht begegnet! Jetzt hat sie es aber mächtig eilig, das Gebot Gottes zu erfüllen: Mehret euch! Energisch zieht sie den Mäuserich mit sich fort. Schließlich haben die Kaninchen schon einen großen Vorsprung.

Noah geht mit seiner Frau zur Arche zurück, in der Mensch und Tier so wunderbar geborgen waren. Hund und Katze bleiben bei ihnen. Der kleine Vogel umflattert sie. Sie stehen unterm Sternenhimmel, schauen auf die neue Erde und denken an das Versprechen, das ihnen im Regenbogen verheißen war.  

Rose Mann

Dem Buch merkt man die langjährige Verbundenheit der Autorin mit Kindern an, erst mit fünf eigenen und dann mit vielen anderen im Unterricht als Religionslehrerin. Entstanden ist das Buch aus einer Fülle von Geschichten, die bald den gesamten Religionsunterricht eines Jahres ausgefüllt hätten. So wurden sie aus der lebendigen Erzählsprache in anschauliche Schriftsprache verwandelt und sind nun über den Schülerkreis hinaus allen Kindern zugänglich.

Jörg Reckhenrich

lebt in Berlin als freier Künstler. Seine reduzierten Zeichnungen erfassen intuitiv die Geste des einzelnen Tieres ohne die Bildhaftigkeit des Textes zu  überlagern, und lassen somit dem Leser Raum für die eigene Phantasie.

 

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Stand: 05.02.09